Wissen Sie eigentlich, ...
... was es mit der Heiligen Barbara auf sich hat?
Am 4. Dezember gedenken Bergleute traditionell im festlichen Rahmen der Heiligen Barbara, die ihnen seit Jahrhunderten als Schutzpatronin zur Seite steht. Wer war diese Frau?
Der Legende nach ist Sankt Barbara eine der großen frühchristlichen Frauen, die für ihre Überzeugung in der Römerzeit als Märtyrerinnen gestorben sind. Zwar gibt es nur mündliche Überlieferungen und keinerlei zuverlässige Dokumente, die ihre Existenz und ihr Wirken belegen. Dennoch gehört sie bereits seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Heiligen sowohl der römisch-katholischen als auch der griechisch-orthodoxen Kirche.
Sie ist die Schutzheilige der Berg- und Hüttenleute, aber auch Patronin der Architekten, der Artilleristen, der Feuerwehren und Feuerwerker, der Geologen, der Tunnel- und Festungsbauer, der Glockengießer und Glöckner, der Hutmacher, der Ärzte, Krankenschwestern und Apotheker sowie zahlreicher Handwerksberufe, wie beispielsweise Elektriker, Dachdecker, Maurer und Zimmerleute. Darüber hinaus werden Orte, Bergwerke, Schiffe, Apotheken, Kasernen und Gaststätten nach ihr benannt. Sie zählt zu den sogenannten Vierzehn Nothelfern und hilft gegen Gewitter, Feuergefahr, Fieber, Pest und plötzlichen Tod.
Die Legende:
Barbara war die Tochter des Dioscuros, eines wohlhabenden Mannes aus Kleinasien. Sie hat etwa Ende des dritten Jahrhunderts nach Christus in Nikomedia gelebt, dem heutigen Izmit in der Türkei.
Barbara soll eine schöne und kluge junge Frau gewesen sein, die sich sehr für den damals neuen christlichen Glauben interessierte. Dies gefiel ihrem Vater jedoch gar nicht. Er sperrte sie in einen eigens dafür gebauten Turm – entweder, um sie am Umgang mit Christen zu hindern oder um sie von ihren zahlreichen Verehrern fernzuhalten, hierüber findet man in den verschiedenen Geschichten abweichende Aussagen.
Auf diese Weise von der Außenwelt abgeschirmt, wurde sie während ihrer Einzelhaft im Turm jedoch erst recht zu einer überzeugten Christin, wofür ihr Vater sie noch stärker bestrafte. Barbara konnte aus dem Turm fliehen – in einigen Erzählungen heißt es, dass sich wie durch ein Wunder ein Spalt im Turm vor ihr öffnete. Bei hilfsbereiten Bergleuten fand sie zunächst Unterschlupf.
Aber Dioscuros fand seine Tochter, schlug sie und brachte sie zum römischen Statthalter Marcianus, der Barbara zum Tode verurteilte. Sie wurde grausam misshandelt und gequält, blieb jedoch standhaft bekennende Christin. Schließlich enthauptete der Vater seine Tochter selbst mit dem Schwert und wurde der Legende nach zur Strafe vom Blitz erschlagen.
Nach altem Brauch gedenken die Bergleute heute noch am 4. Dezember der Heiligen Barbara. In vielen Bergwerken werden Barbarafeiern organisiert, die je nach Region verschieden gestaltet werden. Immer jedoch ist damit ein so genannter Barbara-Gottesdienst verbunden.
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